Sünde ist ... zu wenig Liebe

Ein neues Gebot gebe ich Euch:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.

(Joh 13,34f)

1.
Nicht, dass ich gut verdienen will, ist Sünde, sondern wenn ich es auf Kosten anderer tue, wenn andere dabei zu Schaden kommen, wenn ich zu unehrlichen Mitteln greife.

Nicht, dass ich in Wohlstand lebe, ist Sünde, sondern wenn er zu meinem Ein und Alles wird, wenn ich nicht mehr teilen kann, wenn ich kein Herz mehr habe für andere.

Nicht, dass ich auf meinen Rechten bestehe, ist Sünde, sondern wenn ich dabei die Rechte anderer missachte, wenn ich rücksichtslos und hartherzig bin.

Nicht, dass ich die schönen Dinge des Lebens genieße, ist Sünde, sondern wenn ich dabei meine Pflichten vernachlässige, wenn ich unersättlich, unmäßig und undankbar bin.

Nicht, dass ich sexuelle Wünsche und Regungen verspüre, ist Sünde, sondern wenn ich mich von meinen Trieben beherrschen lasse, wenn ich andere Menschen als Objekt meiner Begierde missbrauche.

2.
Nicht, dass mir Menschen unsympathisch sind, ist Sünde, sondern wenn ich deswegen ungerecht über sie urteile, wenn ich sie diskriminiere oder verachte.

Nicht, dass ich Kritik an anderen Menschen übe, ist Sünde, sondern wenn ich es vorschnell oder lieblos tue, wenn ich andere herabsetze oder verletze.

Nicht, dass Neid, Schadenfreude oder Zorn in mir hochkommen, ist Sünde, sondern wenn ich mich diesen Gefühlen nicht widersetze, wenn ich sie nicht zu überwinden versuche, wenn ich mich in meinem Handeln davon leiten lasse.

Nicht. dass ich über andere rede, ist Sünde, sondern wenn ich geschmacklos oder gehässig Schlechtes von anderen erzähle und so in ihrem Ruf schade.

Nicht, dass ich in manchen Situationen schweige, ist Sünde, sondern wenn ich dort schweige, wo andere erniedrigt, verleumdet oder ein Opfer von Lügen werden.

Nicht, dass ich in Konflikte und Auseinandersetzungen gerate, ist Sünde, sondern wenn ich ständig Streit vom Zaun breche, wenn ich nicht auf andere höre und nicht auf sie eingehe, wenn ich unversöhnlich bin.

3.
Nicht, dass mir Beten nicht immer gelingt, ist Sünde, sondern wenn ich es gar nicht mehr versuche, wenn mir für Gebet und Gottesdienst die Zeit zu schade ist.

Nicht, dass mich manchmal Glaubenszweifel überkommen, ist Sünde, sondern wenn ich mich nicht ernsthaft über den Glauben informiere, wenn mir Gott gleichgültig ist.

Nicht, dass ich mich darum bemühe, meine Zukunft zu sichern, ist Sünde, sondern wenn ich ohne Gott auszukommen meine, wenn ich nicht mehr glaube, dass mein Leben in der Hand Gottes liegt.

Sünde ist ... zu wenig Liebe.



Herr Jesus Christus,
du hast uns ein neues Gebot gegeben.
Du willst, dass wir einander lieben, so wie du uns geliebt hast.
Hilf uns, dieses Gebot zu befolgen,
so dass die Menschen an unserer Liebe erkennen können,
dass wir deine Jünger sind.

Quelle: Deutsches Liturgisches Institut, Trier (Beichtzettel o.J.)


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