Herman van Veen: Nicht allein

Und sie kommt von der Klinik
und ist clean
und sie rennt die Treppe hoch
Papa, Mama, ich bin wieder da.

Und Vater nickt zerstreut, ja, ja
meine Kleines, alles klar
die Sportschau ist gleich zu Ende
und Mutter winkt vom Telefon
es ist Tante Annie
Schätzchen, ich bin gleich da
und die Schwester mach grad Algebra.

Und sie kommt von der Klinik
und ist clean
sie ist davon ab
und sie dreht jeden Wasserhahn auf
und sie reißt alle Fenster auf
Papa, Mama, ich bin wieder da.

Und Vater nickt zerstreut, ja, ja
mein Kleines, alles klar
die Sportschau ist gleich zu Ende
und Mutter winkt vom Telefon
es ist Tante Annie
Schätzchen, ich bin gleich da
und die Schwester macht grad Algebra.

Und sie kommt von der Klinik
und ist clean
runter vom Stoff und sie rennt die Treppe hoch,
zum Dach
und ruft: Papa, Mama
ich kann fliegen!

(Herman van Veen)

Was wir tun können ...

- Mit dem Problem anders umgehen, als "man" es oft tut: ohne Vorurteile, mit Sachkenntnis, ohne Angst! Das eigene Verhalten prüfen gegenüber allem, was mit Sucht zu tun hat.

- Sich klar darüber sein, daß Mitmenschen, die mit Sucht zu tun haben, krank sind. Deshalb: keine Schuldvorwürfe, sondern dafür sorgen, daß Beratung und Hilfe sofort erfolgen.

- Für die eigene Lebensgestaltung: besondere Verantwortung für seine Gesundheit haben, auch und gerade im Umgang mit Genußmitteln - das ist ein wichtiger Beitrag zur Suchtvorbeugung.

- Sucht ist auch Religionsersatz. Ein lebendiger Glaube aus dem guten Vertrauen, daß Gott in allen Lebensbereichen Sinn, Glück und Erfüllung bedeutet, hilft leben.


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