Der Opal

In einem Juwelierladen konnten zwei Freunde sich nicht satt genug an den Edelsteinen sehen. Sie staunten über die Vielfalt der Steine, über ihr Leuchten und Glitzern. Plötzlich aber stutzten sie. Vor ihnen lag ein gewöhnlicher Stein, matt und ohne Glanz. "Wie kommt denn der hierher?" Diese Frage hörte der Juwelier und mußte lächeln. Er sagte zu dem einen der beiden Freunde: "Nehmen Sie diesen Stein ein paar Augenblicke in Ihre Hand." Als er später die Handflächen öffnete, strahlte der vorher glanzlose Stein in herrlichen Farben. "Wie ist das möglich?" Der Fachmann wußte die Antwort: "Das ist ein Opal. Er braucht nur die Berührung einer warmen Hand und schon zeigt er seine Farben und seinen Glanz. Er enthält alle notwendigen Elemente des Lebens in sich: Wasser, Licht, Luft und Wärme. In der Wärme entzündet er leise und lautlos sein Licht. Der Opal ist ein tiefes Symbol für alles Gutsein und für alles Zarte in unserem Leben. Es gibt so viele Menschen auf der Erde, arm und reich, klein und groß, gebildet und einfach, die alle nur der Berührung einer warmen Hand, eines lieben Wortes, einer kleinen Zärtlichkeit, einer helfenden Tat bedürfen, um aufzustrahlen im Licht der Freundlichkeit, um das Wunder der Zuneigung zu erfahren, um hell zu werden im Glanz einer leisen Begegnung."

Quelle unbekannt

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Unterbrich mich nicht, Herr! Ich bete

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"VATER UNSER IM HIMMEL..."

"Ja?"

"Unterbrich mich nicht! Ich bete."

"Aber du hast mich doch angesprochen.!"

"Ich dich angesprochen? Ah ... nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser im Himmel."

Da schon wieder! Du rufst mich an, um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also worum geht's"

"GEHEILIGT WERDE DEIN NAME ..."

"Meinst du das ernst?"

"Was soll ich ernst meinen?"

"Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst. Was bedeutet das denn?"

"Es bedeutet ... es bedeutet ... meine Güte, ich weiß nicht, was es bedeutet! Woher soll ich das wissen?!"

"Es heißt, daß du mich ehren willst, daß ich dir einzigartig wichtig bin, daß dir mein Name wertvoll ist."

"Aha. Hm. Ja, das versteh ich. Dein Reich komme. DEIN WILLE GESCHEHE, WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN..."

"Tust du was dafür?"

"Daß dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig zum Gottesdienst, ich zahle Gemeindebeitrag und Missionsopfer."

"Ich will mehr: daß dein Leben in Ordnung kommt: daß deine Angewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, daß du von anderen her und für andere denken lernst; daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, auch deine Nachbarn und deine Mitschüler. Ich will, daß Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden; denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du doch für mich."

"Warum hältst du das ausgerechnet mir vor?! Was meinst du, wie viele stinkreiche Heuchler in den Kirchen sitzen. Schau sie doch an!"

"Entschuldige! Ich dachte, du betest wirklich darum, daß mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet."

"Kann ich jetzt mal weiterbeten? UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE..."

Du hast doch eben erst den halben Kuchen in den Kompost geworfen, Mann! Dein Bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, daß Millionen Hungernde dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen."

"UND VERGIB UNS UNSERE SCHULD. WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN..."

"Und Helga?"

"Helga? Jetzt fang auch noch von der an! Du weißt doch, daß sie mich öffentlich blamiert, daß sie mir jedesmal dermaßen arrogant gegenübertritt, daß ich schon wütend bin, bevor sie ihre herablassenden Bemerkungen äußert. Und das weiß ich auch! Sie nimmt mich als Mitschülerin nicht ernst, sie tanzt mir auf dem Kopf rum, diese Type hat..."

"Es macht mich krank!"

"Ich will dich heilen. Vergib Helga, und ich vergebe dir. Dann ist Arroganz und Haß Helgas Sünde und nicht deine. Vielleicht verlierst du Geld, ganz sicher verlierst du ein Stück Image, aber es wird dir Frieden bringen."

"Hm, ich weiß nicht, ob ich mich dazu überwinden kann."

"Ich helfe dir dabei."

"UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN..."

Nichts lieber als das! Meide Personen oder Situationen, durch die du versucht wirst."

"Wie meinst du das?"

"Du kennst doch deine schwachen Punkte: Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib dem Versucher keine Chancen!"

"Ich glaube, dies ist das schwierigste Vaterunser, das ich je betete. Aber es hat zum erstenmal etwas mit meinem alltäglichen Leben zu tun..."

(Aus: Entscheidungen 11, S. 62)

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Der Rosenkranz - ein meditatives Gebet

"Der Rosenkranz ist eine Urform christlicher Meditation. Es ist zwecklos, über den Sinn des Rosenkranzgebets zu diskutieren, denn der Sinn des Rosenkranzgebets erschließt sich einem erst beim Beten selbst." (Elmar Gruber)

Diese Wahrheit wird nicht bestritten; auf der anderen Seite ist es aber wahr, daß durch negative Einstellungen das Gelingen des Rosenkranzgebetes verhindert wird. Wer wiederholende Gebete nicht als vertiefende - meditative Gebete versteht, wird sie kaum akzeptieren und als bloße Gebetsmühlen oder als magisch-beschwörendes Plappern mißdeuten.

Sicher gibt es in verschiedenen Religionen die magische Praxis; aber in allen Hochreligionen finden sich Wiederholungsgebete, die zu Vertiefung, Versenkung, Meditation gedacht sind und als Hilfe Gebetsschnüre im Gebrauch haben. So werden im Hinduismus die Götter Vishnu, Shiva und Krishna angerufen (1728mal täglich bei den Krishna-Jüngern zur Erzeugung des Krishna-Bewußtseins, vgl. Musical "Hair"). So hilft im Islam eine Gebetsschnur bei der Anrufung der 99 Bezeichnungen Allahs.

So wie die Verliebtheit und Liebe nur erfahren werden kann, wenn sie erlebt wird, so kann man durch Vorerklärung und Einführung doch falsche Einstellungen beseitigen und den Weg frei machen für positive Vor-Urteile, vor-bereiten und zum besseren, bewußteren Erleben und zum konfliktfreien Vollzug.

"Der Rosenkranz ist eine außerliturgische Gebetsart zu Ehren Marias sowohl vom Einzelnen als auch gemeinsam in Bruderschaften, Volksandachten und Familien gepflegt, die die Übung der Jahrhunderte geweiht, von den berufenen Hirten der Kirche oft empfohlen..."

(Lexikon für Theologie und Kirche, 9.Bd., S. 46).

"Dieses Gebet bedeutet das Verweilen in der Lebenssphäre Mariens, deren Inhalt Christus ist" (Romano Guardini). Im Rosenkranz wird Maria zwar angesprochen, aber nicht angebetet. Der starke Bezug zum Kern des Glaubens bleibt immer lebendig: die Gebete der Einleitung, das Glaubensbekenntnis, die Vaterunser, die Einfügungen (=Gesätze) bei Jesus, die Zäsuren in den "Ehre sei.." zeigen das ebenso wie die sichtbare Rosenkranzkette selbst, die vom Kreuz (Jesus) ausgeht und zu ihm zurückführt.

Der Rosenkranz kann verschieden gebetet werden. Das Gesätz (=Einschub bei "Jesus, der ...") kann in den bekannten Formen gebetet werden; wie Johannes Paul II. in der Enzyklika "Jesus, der Erlöser" ausführt, lassen sich neue Gesätzlein finden, die zentraler mit dem Glauben verbunden sind, z.B.

- Jesus, der den Menschen befreit,

- Jesus, der uns den Willen Gottes zeigt,

- Jesus, der den Armen hilft...

Der Rosenkranz ist also eine gute Schule der Verinnerlichung. Er ist aber nicht Maßstab der katholischen Frömmigkeit schlechthin, denn das liturgische Beten steht an sich höher." (LThK)

(Aus: UH JZ 5/90, S. 2)

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